Diskussionsveranstaltung: Tell me Moor about Rostocker Heide!
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29. Januar 2026, 18:30
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IBZ Rostock
Bergstraße 7a
18057 Rostockbarrierefrei, Einlass ab 18:00 Uhr
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Preis: kostenlos
Vor welchen Herausforderungen steht die Rostocker Heide im 21. Jahrhundert? Wie kann eine zukunftsfeste Heide in Zeiten von Klimawandel und Meeresspiegelanstieg entstehen?
Die Rostocker Heide ist nicht nur der größte geschlossene Küstenwald Deutschlands, sondern stellt auch in ihrer Bedeutung als einer von 30 Hotspots der biologischen Vielfalt in Deutschland einen einzigartigen, natürlichen Schatz vor unserer Haustür dar. In ihrer Funktion als Naherholungsraum ist sie vielen Menschen unserer Heimat bestens vertraut und überdies ein touristisches Pfund, mit dem wir wuchern können und auf das wir stolz sein dürfen.
Mit ihren großen und einzigartigen Moorstrukturen, wie dem Hütelmoor oder dem Radelseemoor, stellt sie zudem eine wichtige Kohlenstoffsenke und natürliche Salzwasserbarriere in unserem von Sturmfluten beeinflussten Gebiet dar.
Fest steht jedoch: Die Grundwasserstände in der Rostocker Heide sinken seit Jahren. Ursache hierfür ist ein immer noch bestehender Oberflächenabfluss, eine langfristige Veränderung der Verteilung der Niederschlagsereignisse sowie eine starke Verdunstung der Altersklassenwälder in der Rostock Heide. Gemäß Szenarien des globalen Meeresspiegelanstiegs ist bis zum Jahr 2100 zwischen +0,4 m und +0,8 m mittlerer Meeresspiegelanstieg für unseren Küstenraum zu erwarten. Sturmfluten würden somit in ihrer Intensität eine entsprechend stärkere Wirksamkeit entfalten. Folglich bedrohen derartige Szenarien auch die Rostocker Heide in ihrer uns bekannten Existenz, was wiederum eine mannigfaltige Folgenkette für das Hinterland erahnen lässt.
Eingriffe des Menschen beginnen wir im Kontext des menschengemachten Klimawandels erst nach und nach zu verstehen. Doch auch Einwirkungen der Vergangenheit, mögen sie ehemals vorteilhaft gewesen sein, multiplizieren bereits bestehende Herausforderungen und bedürfen einer wissenschaftlich fundierten Betrachtung, um qualifizierte und sinnstiftende Maßnahmen zum Heideschutz ableiten zu können. Schon jetzt steht die Rostocker Heide bspw. unter massivem Salzstress, wodurch sich noch nicht absehbare Bedrohungslage abzeichnen. Mögliche Lösungsansätze sind umfangreich und reichen von verbessertem Wasserrückhalt, dem Umbau von Waldstrukturen, Nutzungsartenänderungen bis hin zu Hochwasserschutzmaßnahmen. Grundlage aller zukünftigen Maßnahmen ist ein grundlegendes Verständnis der hydrologischen Funktionsweise des Landschaftsraums der Rostocker Heide. Eine entsprechende unabhängig und wissenschaftlich fundierte Studie könnte die Grundlage aller darauf aufbauender Maßnahmen bilden.
Gemeinsam mit Prof. Stefan Richter (Zoologe, Universität Rostock), Prof. Gerald Jurasinski (Moorforscher, Universität Greifswald), Prof. Hans Burchard (Ozeanograph, Universität Rostock) und Dr. Joachim Schmidt (Biowissenschaftler, Universität Rostock) wollen wir über dieses bedrohte Ökosystem und mögliche Sicherungsmaßnahmen diskutieren.